So fing alles an

Angefangen hat alles mit meiner Faszination für Gesichter, die ich schon als Kind gerne gezeichnet habe. Und obwohl ich immer wusste, dass ich etwas „Kreatives“ machen möchte, hat sich erst relativ spät herausgestellt, dass mein Traumjob das Schminken ist.

Meine Ausbildung hat trotzdem schon ziemlich früh begonnen, da ich ständig Gesichter studiert habe, um diese zu zeichnen. Kleine Schattierungen können innerhalb von Sekunden den Ausdruck oder die Form eines Gesichts verändern. Das ist sowohl beim Zeichnen, als auch beim Schminken so. So sind sich beide Disziplinen sehr ähnlich, nur das Medium ist ein anderes. 

Hautprobleme

Im Gegensatz zum Zeichnen ziehen sich Hautprobleme nicht durch mein gesamtes Leben. Bis Mitte 20 hatte ich eigentlich immer gute Haut. Etwas sensibler war sie zwar schon immer, aber im Vergleich zu heute ist das nicht der Rede wert.

Während des Studiums wurde meine Haut dann schlechter und es dauerte eine ganze Weile, bis ich endlich wusste worauf meine Hautprobleme zurück zu führen sind. Da mein Lebensstil (passend zum Alter) auch nicht der gesündeste war, hielt ich die Rötungen und Pickel für ganz normale Unreinheiten und versuchte diese mit gängigen Anti-Pickel-Mitteln zu bekämpfen. Mit gegenteiligem Erfolg.

Erst viel später schlich sich bei mir der Verdacht ein, an Rosazea zu leiden, was mir eine Hautärztin dann bestätigte. Obwohl ich ab dem Zeitpunkt wusste was mit meiner Haut los war und einige Trigger besser kontrollieren konnte, dauerte es trotzdem noch eine ganze Weile bis sich Besserung einstellte. Außerdem war es alles andere als einfach, die passenden Naturkosmetik-Produkte zu finden.

Ich habe sowohl eine chronische Urtikaria (auch Nesselfieber genannt) und Rosazea. Das macht meine Haut sehr sensibel und lässt sie auf viele Inhaltsstoffe, sowie äußere Einflüsse (Hitze, Kälte, Reibung, Stress etc.) reagieren. Deshalb hat mich die Suche nach der richtigen Pflege fast wahnsinnig gemacht. Aber ich habe so auch meine Haut besser kennengelernt und viel über Inhaltsstoffe und Kosmetika erfahren. Dieses Wissen möchte ich jetzt weitergeben, um anderen diesen Weg zu erleichtern und ein wenig Orientierung auf dem immer größer werdenden Naturkosmetikmarkt bieten. Natürlich fernab von Perfektionswahn und Pflegeroutinen, die 99 verschiedene Schritte beinhalten.

Das Schminken

Was für mich in Sachen Pflege gilt, gilt auch für das Schminken. Auch hier geht es mir nicht um Perfektion, sondern um die Auseinandersetzung mit sich selbst. Niemand MUSS sich schminken, um schöner zu sein. Aber ein schönes Make-up kann den gleichen Effekt haben wie das Lieblingskleid, und manchmal braucht man eben genau das. Wenn man weiß wie man im Handumdrehen so aussieht, als hätte man wirklich 8 Stunden geschlafen, ist das einfach eine gute Sache. Muss ja nicht immer jeder direkt sehen, wie man sich fühlt. Du sollst im Vordergrund stehen, und nicht deine Hautprobleme.

Bei sich selbst konzentriert man sich immer erst mal auf das, was einen stört und wird oft blind für das Besondere. Mir geht es darum, dass jeder der zu mir kommt eben genau das wieder sehen kann. Und da das ziemlich gut klappt, habe ich den schönsten Job der Welt.

Foto: Luisa Braas

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